Aktuell

Eine andere Geschichte

Obwohl die Hauptfigur meines neuen Romans den Namen Melnitz trägt, hat das Buch nichts mit dem Bestseller von vor zwanzig Jahren zu tun. Es ist die erfundene Lebensgeschichte eines Mannes, von dem mir meine Grossmutter erzählt hat, als ich noch ein kleiner Bub war. Ich trage diesen Charakter also tatsächlich seit sieben Jahrzehnten mit mir herum. Jetzt habe ich ihn endlich zu Papier gebracht, und er entpuppte sich als recht grummeliger alter Herr, der vor allem im Filmbusiness eine Menge erlebt hat. Ich lasse ihn als Achtzigjährigen von seinem Leben berichtet, und dieses Alter eine nicht ganz zufällige Wahl. Ein kleiner Hinweis: Die Buchpremiere fand an meinem 80. Geburtstag statt…


Die Backlist ist back

Pünktlich zu meinem achtzigsten Geburtstag erfüllt mir Diogenes einen langgehegten Wunsch und bringt in seiner Taschenbuchreihe die noch fehlenden Titel aus meiner Backlist heraus. Damit sind alle meine Romane wieder lieferbar. Ich habe selber gestaunt, wie viele es sind. Und das gleichzeitig mit einem neuen Roman – ich habe mich trotz der runden Zahl meiner Altersjahre schriftstellerisch wirklich noch nicht zur Ruhe gesetzt. Und so bald habe ich das auch nicht vor.


Doppelte Premiere

Meine neue Komödie «Omatrick» feierte gleich doppelt Premiere. Beim Theater Überland verkörperte Marlise Fischer die alte Dame, die versucht, der Langeweile des Altersheims zu entfliehen, im Schlossparktheater Berlin spielte Brigitte Grothum die Rolle und feierte an der Premiere auch gleich noch ihren neunzigsten Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!


Der Halbbart in Kasachstan…

Ich habe meinen Roman über ein Schwyzer Dorf im 14. Jahrhundert damals mit den Worten begonnen: «Wie der Halbbart zu uns gekommen ist, weiss keiner zu sagen.» Heute kann ich den Satz leicht umformulieren: «Wo der Halbbart noch überall hinkommt, weiss keiner zu sagen.» Jetzt ist er doch tatsächlich in Kasachstan gelandet, wo «Der Halbbart» gerade in russischer Übersetzung erschienen ist. Das ist, wie das Teufels-Anneli sagen würde, doch wirklich eine schöne Geschichte.


… und das alte Kind in der Türkei

Es muss einen nicht wundern, wenn ein 499 Jahre altes Kind, das von seinem Planeten auf die Erde gekommen ist, auf unserem Planten weit herumkommt. Jetzt hat es gerade beschlossen, in einer türkischen Übersetzung nachzusehen, wie die Welt am Bosporus aussieht. Ich hoffe es wird, wie es nun mal seine Art ist, gnädig darüber hinwegsehen, wieviel Unsinn die dummen Erwachsenen auch dort anstellen.


Mein eigenes Welttheater

Mit grosser Begeisterung habe ich einen hochinteressantesten Auftrag übernommen: Für die nächste Ausgabe des Welttheaters Einsiedeln werde ich das Buch schreiben. Diese Aufführungen mit hunderten von Mitwirkenden finde nur alle paar Jahre auf dem imposanten Vorplatz der Klosterkirche statt, und der jedes Mal neu geschriebene Text bezieht sich immer auf das klassische «Grosse Welttheater» (El gran teatro del mundo) von Pedro Calderón de la Barca aus dem 17. Jahrhundert. Es geht darum, das alte Stück in die Realität unserer Gegenwart zu transponieren, so wie das Logo die Fassade der Klosterkirche in ungewöhnlicher und doch vertrauter Form darstellt.. Ich freue mich auf diese Aufgabe!.


Mein neues Lieblingszitat

Als Pythagoras seinen berühmten Lehrsatz entdeckt hatte, opferte er eine Hekatombe. Seitdem haben die Ochsen eine instinktartige Furcht vor der Entdeckung von Wahrheiten.

HEINRICH HEINE


Der Baum und ich

Fast dreissig Jahre lang habe ich von meinem Arbeitsplatz auf denselben Baum geschaut. In all den Jahren war er immer mehr gealtert, hatte aber nach wie vor sehr lebendige Triebe. Der Fotograf Kostas Maros kam auf den Gedanken, mich davor zu fotografieren, und das Bild hat mir so gut gefallen, dass ich es gern auf dieser Seite geteilt habe. Vielleicht hat er das Motiv ja gewählt, um mir damit zu sagen: «Das Alter naht unerbittlich…»

Foto: Kostas Maros, am 20.8.2020

Tja, und dann kam der letzte Winter, nicht besonders kalt und nicht besonders stürmisch, aber für meinen geliebten Baum war es zu viel. Was jetzt noch von ihm übrig ist, werden die Fischer und Camper schon bald als Brennholz für ihre Lagerfeuer verwendet haben. Das Alter nahte also nicht nur unerbittlich, sondern schlug erbarmungslos zu. Ich kann nur hoffen, dass dieses traurige Ende nicht auch für mich ein Omen ist.

Foto: Thomas Di Paolo, am 18.5.2025