Aktuell

 

Bin ich das?

Eigentlich wollte ich meinen 75. Geburtstag mit einem rauschenden Fest feiern, aber wegen Corona rauschen nur die Bäume im Wald. Solche runden Zahlen sind immer auch ein Anlass, einen mehr oder weniger nostalgischen Blick in die Vergangenheit zu werfen, und deshalb – und weil mir die Quarantäne die freie Zeit dazu geliefert hat – habe ich ein Projekt, das mich schon lang beschäftigt, in Angriff genommen: Ich habe alle meine Romane noch einmal durchgelesen und danach durchforstet, was für Ereignisse aus meinem eigenen Leben sich dort eingeschlichen haben. Das Ergebnis ist zum Glück keine Autobiografie geworden, aber eine Sammlung autobiografischer Anekdoten kann ja auch eine ganz vergnügliche Lektüre ergeben. Das ganze ist, quasi als Geburtstagsgeschenk meines Verlages als Buch erschienen. Viel Spass am Schmökern in meiner literarischen Vergangenheit!


Kastelau liegt in Russland


„Kastelau“ ist gerade in der Übersetzung von Michail  Rudnitskiy auf Russisch erschienen  – aber fragen Sie mich bitte nicht, wie man den Titel in dieser Sprache ausspricht. Im Zeitalter von Fake News passt ein Roman aus lauter gefälschten Dokumenten vielleicht ganz gut in Putins Reich.


Stotternde Holländer

Bei jedem Buch stellt sich die Frage nach dem Bild, mit dem das Titelblatt möglichst viele Leser anziehen soll. Mit dem Ergebnis bin ich selten wirklich zufrieden. Buchgestalter und Autoren scheinen sehr verschiedene Geschmäcker zu haben. Aber die holländische Ausgabe von «Der Stotterer» gefällt mir in dieser Hinsicht. Weil da gar kein Bild ist, sondern eine stotternde Schrift. Bleibt zu hoffen, dass der Absatz des Buches nicht auch ins Stottern gerät.


Wiedersehen macht Freude

Der Diogenes-Verlag bringt nicht nur meine neuen Bücher heraus, sondern hat auch meine gesamte Backlist übernommen. In einem ersten Schritt werden gleich vier meiner Romane im klassischen Diogenes-Look erscheinen. Ich freue mich sehr darüber!

Mein neues Lieblingszitat

«Denken ist oft schwer, indes
Schreiben geht auch ohne es.»
Wilhelm Busch


Moesie und Pusik

Da die Dinge, die man eigentlich nicht kann, immer am meisten Spass machen, wage ich ein halsbrecherisches Experiment: Ein Bühnenprogramm zusammen mit meinem Freund, dem Supermusiker und Liedermacher Markus Schönholzer. Wir verbinden Gedichte und Lieder, oder, besser gesagt: Wir bringen sie durcheinander. Darum auch der gemixte Titel «Moesie und Pusik». Der Inhalt unseres Programms lässt sich am besten so definieren: Markus Schönholzer singt Lieder, und Charles Lewinsky singt leider auch. Wer uns gern engagieren möchte, kann das gern über die Agentur Kulturelle Kontakte in Lindau tun: bea.marty@kulturellekontakte.ch

Und so sieht das Ganze auf der Bühne aus (Foto Ayṣe Yavaṣ):


Der Baum und ich

Seit einem Vierteljahrhundert schaue ich von meinem Arbeitsplatz auf denselben Baum. In all den Jahren ist er immer mehr gealtert, hat aber nach wie vor sehr lebendige Triebe. Der Fotograf Kostas Maros ist auf den Gedanken gekommen, mich davor zu fotografieren, und das Bild gefällt mir so gut, dass ich es gern teile. Vielleicht hat er das Motiv ja gewählt, um damit kurz vor meinem Fünfundsiebzigsten zu sagen: «Das Alter naht unerbittlich…»

Foto: Kostas Maros, am 20.8.2020