»Johannistag«
Roman
319 Seiten
Haffmanns Verlag Zürich, 2000

„Die Welt ist tausend Schritte lang“ - von einem Ende eines französischen Dorfes bis zum andern. Hier kennt jeder jeden, man schaut sich gegenseitig in die Fenster und in die Geheimnisse, und die kleine Dorfwelt scheint in Ordnung zu sein. Bis alte Geschichten wieder auftauchen und noch ältere, die man längst begraben glaubte, bis die scheinbar heile Welt des Dorfes durcheinander gerät und es eine ganze Weile dauert, bis man sich auf einen Sündenbock und auf eine gemeinsame Erinnerung geeinigt hat. Denn Wirklichkeit ist nicht, was passiert ist, sondern das, bei dem niemand mehr widerspricht.

Im Mittelpunkt des Romans steht ein deutscher Lehrer, der als Außenseiter in dem Dorf wohnt und sich eigentlich vorgenommen hat, das Leben nur noch zu beobachten und nicht mehr daran teilzunehmen. Aber er wird in die Geschichte und die Geschichten des Dorfes immer mehr hineingezogen, und nur von seiner eigenen Vergangenheit, in der es auch vieles gibt, über das man besser nicht spricht, erfährt niemand etwas.

Ich lebe selber in einem kleinen französischen Dorf – Vereux in der Franche-Comté – und habe dort eine Menge darüber gelernt, wie so eine kleine Gemeinschaft funktioniert. Trotzdem habe ich keinen Schlüsselroman über meine Nachbarn geschrieben, genau so wenig, wie der Ich-Erzähler mit mir selber gemein hat.

Das Buch ist mit dem Preis der Schweizerischen Schillerstiftung ausgezeichnet worden, was mir allerdings kein Glück brachte. Wenige Wochen nach der Preisverleihung ging der Haffmans Verlag in Konkurs und so war das Buch zwar preisgekrönt aber nicht mehr lieferbar. Manchmal haben die libelli eben wirklich ihre fata…

Neuauflage: Nagel und Kimche 2007

Übersetzungen:
Französisch
Holländisch

Kritiken
Neue Zürcher Zeitung am Sonntag
Frankfurter Allgemeine Zeitung

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»Johannistag«

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Letzte Aktualisierung: Januar 2007
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