»Gerron«
Roman
542 Seiten
Verlag Nagel & Kimche, 2011

Seit ich in einer Sendung – ich wüsste nicht mehr zu sagen, ob es sich im Radio oder am Fernsehen war – zum ersten Mal etwas über Kurt Gerron erfuhr, hat mich sein Schicksal nicht losgelassen. Ein beliebter Sänger und Schauspieler, ein Ufa-Star, der mit allen Prominenten seiner Zeit befreundet war, ein erfolgreicher Filmregisseur, der von einem Tag auf den andern aus seinem Atelier und seinem Heimatland vertrieben wird, das wäre eigentlich schon Basis genug für einen Roman. Aber dass dieser Mann dann in Holland dann ausgerechnet in ein Durchgangslager gerät, dessen Kommandant mit großem Aufwand Kabarett spielen lässt, das ist kaum zu glauben. Genau so wenig, wie dass er später im Ghetto von Theresienstadt gezwungen wird, einen Film zu drehen, in dem dieses Hungerlager, in dem so viele Menschen starben und von wo aus noch viel mehr nach Auschwitz deportiert wurden, als Paradies geschildert werden sollte. Der Film ist heute irrtümlich unter dem Titel „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“ bekannt. Eigentlich hieß er „Theresienstadt – eine Dokumentation aus dem jüdischen Siedlungsgebiet.“ Manche Überlebende und Nachgeborene werfen Kurt Gerron vor, dass er sich nicht geweigert hat, diesen Film zu drehen. In meinem Roman versuche ich zu zeigen, in welcher moralischen Zwickmühle er steckte.

Übersetzungen:
Holländisch
Französisch
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»Gerron«

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Letzte Aktualisierung: August 2011
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