Wie buchstabiert man Andersen?

Auf Deutsch wusste ich es. Auf Russisch hatte ich keine Ahnung. Aber da „Andersen“ jetzt auch in Russland erschienen ist, musste ich es lernen. Doch, wirklich, man versichert mir: Der Schriftzug auf dem Titelblatt heisst tatsächlich ANDERSEN. Und der Name darüber sei meiner. (Wenn sich am Schluss nicht doch herausstellt, dass die Buchstaben eigentlich etwas ganz anderes bedeuten.)



Werde ich doch Rabbiner?

Nein, das Foto täuscht! Der schwarze Hut gehört zur traditionellen Tracht der „Zunft zur Zimmerleuten“, deren Ehrengast ich am diesjährigen Sechseläuten war. Und natürlich habe ich den Hut auch für den traditionellen Umzug durch die Stadt aufgesetzt. Es war – nicht nur wegen des perfekten Frühlingswetters ‒ ein angenehmes Erlebnis mit netten Menschen und vielen neuen Eindrücken. Wenn jetzt auch noch der „Böögg“ Recht behält, der durch sein schnelles Abbrennen auf dem Scheiterhaufen einen warmen Sommer voraussagte, dann kann in diesem Jahr eigentlich nichts mehr schief gehen.
Foto: NZZ / Christoph Ruckstuhl

Der Wille des Autors

Ich habe mich ja schon in den verschiedensten literarischen Sparten versucht, aber ein Kriminalroman fehlte bisher noch in meiner Werkliste. Jetzt habe ich auch das abgehakt. „Der Wille des Volkes“ wird im Herbst bei Nagel & Kimche erscheinen. Über den Inhalt sei nur so viel verraten: Die Geschichte spielt in einer Schweiz, die es so nicht gibt und hoffentlich auch nie geben wird. Obwohl man in diesen Dingen ja nie allzu sicher sein soll. Donald Trump ist auch Präsident der USA geworden. Für alle weiteren Details werden Sie auf den Herbst warten müssen. Aber vielleicht lädt Sie das Titelblatt ja schon zu ersten detektivischen Knobeleien ein.

Schleichwerbung

Gerade ist – auch bei Nagel und Kimche – ein Buch erschienen, das Sie unbedingt lesen sollten. Es heisst „Das perfekte Leben des William Sidis“, und sein Autor ist mein dänischer Kollege Morten Brask. Ich habe Morten bei einer der sonst so langweiligen Literaturveranstaltungen kennengelernt und erfreut festgestellt, dass er genau so wenig Sinn für Feierlichkeit hat wie ich. Aber nicht deshalb sollten Sie sich sein Buch unbedingt besorgen, sondern weil es ein ungemein faszinierender Roman über einen höchst ungewöhnlichen Menschen ist.

Bücher am Sonntag



Gefreut habe ich mich über die Karikatur von André Carrillho der für „Bücher am Sonntag“ seit der ersten Ausgabe jeweils einen Schriftsteller oder eine Schriftstellerin für die Titelseite karikiert. Mehr von seinen Arbeiten können Sie hier sehen andrecarrilho.com

Jonathan Swift Preis

Der internationale Literaturpreis für Satire und Humor wird am 19. November 2017 im Literaturhaus Zürich zum dritten Mal verliehen. Den Bericht über die letzte Verleihung an Wolf Haas finden Sie hier finden sich hier:
Zum 350. Geburtstag von Jonathan Swift wird sich die Jury, in der mich Nelleke Geel und Gerd Haffmans unterstützen, bemühen, einen besonders würdigen Preisträger zu küren. Und alle Autoren, die bei der Verleihung leer ausgehen, können sich mit den Worten Swifts trösten: "Wer nichts erwartet ist gesegnet, denn er wird nie enttäuscht werden."

So verschieden sind die Titel


Nicht nur die Geschmäcker sind verschieden, sondern auch die Verlagsgrafiker. Das ist mir besonders bei „Gerron“ aufgefallen. Das Buch wechselt von Land zu Land nicht nur den Titel – von „Rückkehr unerwünscht“ bis zu „Ein Geschenk des Führers“ –, sondern auch den stilistischen Charakter. Wer würde auf Anhieb denken, dass sich das russische und das holländische Titelblatt auf das selbe Buch beziehen?
Bücher.



Letzte Aktualisierung: Mai 2016
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